Hungerstreikende in München treten in den "trockenen" Hungerstreik

Zweite Erklärung der hungerstreikenden Asylsuchenden am Rindermarkt in München

25. Juni 2013

 

Wir, die hungerstreikenden Asylsuchenden in München, kündigen nach drei Tagen Bedenkzeit, die wir der Regierung gegeben haben um unsere Forderungen umzusetzen, Folgendes an:

 

Dieser Kampf begann am 19. März 2012 und verbreitete sich in ganz Deutschland nach vier Monaten des Widerstands. Im September wurde er zu einer große “Bewegung der Geflüchteten” und überschritt sogar geographische Grenzen. Die Stimme der Asylsuchenden umfasste ganz Europa stärker denn je und die Straßen wurden zu Orten des Kampfes in Österreich, den Niederlanden und Frankreich.

 

Nach mehr als einem Jahr dieses Widerstands, der Analyse seiner Hochs und Tiefs und einem Austausch von Ideen und Erfahrungen mit unseren Genoss_innen auf den Straßen Europas, wurde die politische Theorie der “Subjektivität” und “Warum wir Geflüchtete sind” unter dem Titel “soziale Ungleichheit zwischen der citizen und non-citizen Position” entwickelt und auf dem ersten 'Refugee Struggle Congress' vorgestellt.

 

Heute glauben wir, dass das Recht unter gleichen Bedingungen zu Leben, welche Gemeinwohl und Sicherheit in einer gewöhnlichen Definition umfassen, ein sehr grundlegendes Recht aller non-citizens ist. Es gibt kein Wort mehr dazu zu sagen und keine Möglichkeit es weiter zu verlieren.

 

Wir, die non-citizens, werden heute, am 25. Juni, um die Bestimmung über unser Leben durch die höchste Stufe der Anerkennung des Asyls zu bekommen, in vollem Bewusstsein, Gesundheit und politischer Erkenntnis, in den “trockenen Hungerstreik” treten. Wir wissen die in Politik und Verwaltung am höchsten gestellten Personen verantwortlich über unsere Leben.

 

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The second statement of hungerstriking asylum seekers on Rindermarkt in Munich

June 25, 2013

 

We, the hunger striking asylum seekers in Munich, while the 3 days of respite which we gave to government to realize our demand is finishing, announce:

This struggle has begun since 19th of March 2012 and has spread to whole Germany after 4 months of resistance. In September it became a great “refugee movement” and even passed the geographical borders and asylum seekers’ voice encompassed whole Europe stronger than ever and the streets became struggle trench in Austria to Netherland and France.

After passing more than one year of this resistance and analyzing ups and downs of it, also exchanging experiences and ideas with our comrades on European streets, the political theory of “subjectivity” and “why we are refugees” got created under the title “social inequality between the citizen and non-citizen position” and has been presented in the first Refugee struggle congress.

Today we believe that the right of living in equal conditions which are encompassed by welfare and safety with a very usual definition is a very basic right of all non-citizens. There is not any word to say and any opportunity to lose anymore.

We, the non-citizens, for getting the volition of our life which can get achieved through getting the highest level of acceptation of our asylum, in complete consciousness, health and political awareness go on “dry hunger strike” since today 25th of June. We know the highest political and administrative positioned persons in German government responsible about our lives.